Focusing – Felt Sense 

In meinen Worten ist Focusing eine kraftvolle Methode, um mit deiner Körperweisheit in Kontakt zu kommen. Dein Körper trägt bereits alle Antworten in sich. Im Focusing lernen wir, diesen inneren Zugang wieder wahrzunehmen und ihm zu vertrauen.

Wir arbeiten dabei mit dem felt sense* – einer feinen, oft noch unklaren körperlichen Empfindung, die sich auch als Gefühl, Bild oder innere Ahnung zeigen kann.

Der felt sense liegt eine Ebene tiefer als Gedanken – und oft auch unterhalb dessen, was wir bereits klar fühlen können. Genau hier entsteht echter Zugang zu deinem inneren Wissen.

Was ist Focusing?​

Focusing ist eine schulenübergreifende Methode aus der Psychotherapie, entwickelt von Eugene Gendlin.

Er beschreibt Focusing als:

„Die Zeit, in der man mit etwas ist, das man körperlich spürt, ohne schon zu wissen, was es ist“.

Was Focusing besonders macht

Focusing eröffnet dir einen Zugang zu deinem inneren Erleben, der über reines Nachdenken hinausgeht.
Du beziehst deine Körperweisheit mit ein – und kommst so in Kontakt mit einem Wissen, das oft überraschend klar, stimmig und unmittelbar erfahrbar ist.

Viele erleben diesen Prozess als tief berührend und gleichzeitig überraschend entlastend.

Refilling ist ein besonders kraftvoller Prozess im Focusing. Er unterstützt dich dabei, alte Verletzungen und belastende Erfahrungen behutsam zu verarbeiten und innerlich neu zu versorgen.

Im Focusing gehen wir davon aus, dass dein Körper weiß, was dir in schwierigen oder vielleicht sogar traumatischen Situationen gefehlt hat. Über den felt sense – deine feine Körperwahrnehmung – kommst du in Kontakt mit diesem inneren Wissen.

Im Refilling-Prozess entsteht Raum für neue, nährende Erfahrungen: Oft zeigen sich ganz von selbst unterstützende innere Bilder, Körperempfindungen oder hilfreiche innere Figuren. So kann sich etwas in dir neu ordnen stimmig, heilsam und nachhaltig.

Auch emotionaler Mangel kann im Hier und Jetzt behutsam „aufgefüllt“ werden – das innere Kind kann heilen. Dabei geht es nicht darum, die Vergangenheit zu verändern, sondern darum, deinem inneren Erleben heute das zu geben, was damals gefehlt hat.

Die Visualisierung von idealen Eltern kann dich dabei unterstützen, dich innerlich zu versorgen und neue Erfahrungen zu verankern – auch auf neuronaler Ebene. Wenn dein Körper wieder ein Gefühl von „stimmig“ oder „heil“ kennt, können sich neue Wege im Umgang mit dir selbst und deinen Themen zeigen.

Im Focusing begegnen wir verschiedenen inneren Anteilen – vielleicht kennst du deinen inneren Kritiker, der dich antreibt, dich unter Druck setzt und will, dass du alles richtig machst. Oder Anteile, die dich zurückhalten, wenn du etwas Neues wagen möchtest, oder sensibel auf bestimmte Situationen reagieren.  Sie zeigen sich oft dann, wenn wir unter Druck geraten, uns selbst blockieren oder emotional stark reagieren.

Diese Anteile sind nicht gegen dich – sie wollen gesehen und verstanden werden.

Über den felt sense – kommst du in Kontakt mit deinem inneren Erleben. Du lernst, deine inneren Anteile besser zu verstehen und emotionale Muster sowie innere Blockaden zu erkennen.

Im gemeinsamen Prozess erkunden wir, welche Bedürfnisse und Botschaften hinter deinen Anteilen liegen. Du erfährst, was sie wirklich brauchen, wie sie versorgt und genährt werden und wie sie für dich statt gegen dich arbeiten. Innere Anspannung und Trigger können sich lösen, gebundene Energie wird frei und es entsteht mehr innere Balance. Du erfährst ein neues Selbstverständnis  und ein Gefühl von Frieden mit dir selbst.

Im Focusing können wir unsere Selbstheilungskräfte aktivieren.

Wenn es gelingt, die Abwehr gegenüber Krankheit oder Symptomen für einen Moment loszulassen, entsteht Raum für neue innere Erfahrungen. Oft zeigen sich dabei Zusammenhänge zum eigenen Leben, die plötzlich Sinn ergeben.

So kann sich der Umgang mit Beschwerden verändern – mehr Verständnis und Annahme entstehen, was häufig auch zu spürbarer Entlastung führt und die Heilung unterstützt.
Dein Körper weist dir dabei die nächsten Schritte.

Auch Therapieentscheidungen können auf diese Weise stimmiger getroffen werden.

Im Prozess arbeiten wir zum Beispiel mit dem „guten Ort“ in dir – einem inneren Raum, der deinem Symptom begegnen und Heilimpulse geben kann.
Oder wir beziehen deinen inneren Anteil ein – deine innere Heiler*in.

Du kannst diesem inneren Wissen Fragen stellen und erhältst oft überraschend klare Impulse, neue Perspektiven oder konkrete Hinweise für deinen Alltag.

Manche Entscheidungen lassen sich nicht allein mit dem Verstand treffen. Zu viele Argumente, zu viele Möglichkeiten – und dennoch keine wirkliche Eindeutigkeit. Genau hier setzt Focusing an.

Focusing eröffnet dir einen anderen Zugang: im Dialog mit deinem inneren Erleben beziehen wir bewusst dein Körpergefühl mit ein – den felt sense.

Gemeinsam erkunden die verschiedenen Optionen und spüren nach, wie dein Körper auf jede einzelne reagiert. Oft zeigt sich dabei eine deutliche innere Resonanz, die dich dabei unterstützt, stimmige Entscheidungen zu treffen. Dabei bleibt Raum für das, was noch nicht gedacht wurde – neue Möglichkeiten, die sich erst im Prozess zeigen.

So entsteht Klarheit nicht durch Druck oder Grübeln, sondern aus einem stimmigen inneren Wissen heraus. Oft ist es überraschend, wie eindeutig und leicht dann der Entschluss ist.

Leuchtturm als Wegweise

Der Focusing-Prozess

Zu Beginn schaffen wir inneren Freiraum – eine gewisse Distanz zu deinem Thema, ohne den Kontakt zu verlieren.
So entsteht Raum für neue Perspektiven.

Dann richtest du deine Aufmerksamkeit nach innen und spürst, was sich im Körper zeigt. Du nimmst Empfindungen wahr, ohne sie zu bewerten oder zu verändern.

Dabei kann sich der felt sense entfalten:
körperliche Empfindungen verändern oder vertiefen sich – vielleicht entstehen Bilder, Gefühle oder Worte. Wir nehmen das wahr, benennen es und bleiben eine Weile dabei.

Ich begleite dich dabei mit aufmerksamem Zuhören und spiegle, was du wahrnimmst – ohne zu interpretieren.

Im weiteren Verlauf kannst du mit diesem inneren Erleben Fragen stellen wie:
Was würde jetzt gut tun? Wofür könnte das stehen? Oder: Was würde das Symptom sagen, wenn es sprechen könnte?

Oft entstehen daraus überraschende Erkenntnisse und neue Wege, die sich ganz von selbst zeigen.

Zum Abschluss verankern wir das, was sich im Prozess gezeigt hat,  und schützen es vor kritischen Stimmen. Wenn du möchtest, unterstütze ich dich dabei, daraus konkrete nächste Schritte für deinen Alltag zu entwickeln.

*felt sense:

Der Begriff felt sense ist ein Kunstwort von Eugene Gendlin. Es  lässt sich am ehesten als „gefühlte Bedeutung“ beschreiben – ein inneres, körperlich spürbares Wissen, das sich erst im Prozess entfaltet.